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Tagung „Das kranke Herz“ in der Evangelischen Akademie Tutzing

Gruppenmitglieder bei der Tagung „Das kranke Herz“ vom 6.3. bis 8.3.2020 in der Evangelischen Akademie in Tutzing, v.l.n.r.: Helmut Bundschuh, Caterina Peters, Lydia Reis, Wolfgang Reis

Fünf selbstzahlende Mitglieder der SHGs Herzkrank ohne Ängste und Sorgen, Herz ohne Stress aus München und Hand in Hand – gemeinsam füreinander da aus Ebersberg trafen sich als Interessengruppe bei der Tagung „Das kranke Herz“ in der Evangelischen Akademie in Tutzing. Zu Gast waren Spitzenwissenschaftler der deutschen Psychokardiologie wie Prof. Dr. Karl Heinz Ladwig, Prof. Dr. Uwe Tewes, Prof. Dr. Annelie Keil, Prof. Dr. Ursula Härtel, Dr. Magnus Schraudolph u.v.m. Tagungsleiter war Pfarrer Frank Kittelberger. Prof. Annelie Keil und Prof. Uwe Tewes stellten unseren Selbsthilfegruppen Arbeitsunterlagen und Textversionen ihrer Beiträge zur Verfügung.

Das komplette Tagungsprogramm ist auf diesem Link zu finden: https://www.ev-akademie-tutzing.de/veranstaltung/das-kranke-herz/

Arbeitssituation während der Tagung

Am 24.03.2020 strahlte der Fernsehsender ARD-alpha die Sendung „Das kranke Herz“ aus. Frau Prof. Dr. Ursula Härtel, Dr. Magnus Schraudolph und Prof. Dr. Annelie Keil konnten die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse der Psychokardiologie vorstellen. Sie können die Sendung in der ARD-alpha-Mediathek ansehen, wenn sie mit der linken Maustaste unten auf das Bild klicken:


Morgenstimmung im Tagungszentrum Tutzing

Sonnenaufgang am Starnberger See copyright Caterina Peters
Der Blick vom Schlosspark aus im Morgenlicht copyright H. Bundschuh
Die Kirche im Morgenlicht copyright H. Bundschuh
Das Schloss im ersten Morgenlicht copyright H.Bundschuh
Schneeglöckchen am Sonntag Nachmittag copyright Caterina Peters

Herz ohne Ängste im Radio

Die Selbsthilfegruppe Herzkrank ohne Ängste und Sorgen war am 4. März 2020 beim Lokalradio Sender LORA in München zur Live Sendung „Gegensprechanlage“ eingeladen. In einem halbstündigen Interview konnte Helmut Bundschuh die psychokardiologischen Selbsthilfegruppen in München und Ebersberg vorstellen.

Moderator Bernhard Ecker und Helmut Bundschuh im Studio des Lokalradios LORA

Kliniken fördern Herzgruppen

Für Ärzte ist oft nicht sofort erkennbar, ob Herzpatienten zusätzlich zu ihrer körperlichen Erkrankung auch noch unter seelischen Belastungen, wie Depressionen oder Ängsten, leiden.

Ein neuer Praxisleitfaden soll helfen, psychische Belastungen bei Herzpatienten leichter zu erkennen und die Versorgungslücke bei der Behandlung von Angsterkrankungen und Depressionen nach dem Reha-Aufenthalt zu schließen.

Diese Praxisempfehlung für psychologische Interventionen in der Rehabilitation wurde bereits 2014 von der Universitätsklinik Freiburg herausgegeben und von der Deutschen Rentenversicherung gefördert.

Schon lange ist bekannt, dass traumatische Erlebnisse, Depressionen, Angstzustände und andauernde Belastungen zu Herzerkrankungen führen können. Die Erstversorgung und die klinische Versorgung sind auf hohem Niveau, nach dem Reha-Aufenthalt tut sich allerdings eine Versorgungslücke auf. Die Praxisempfehlung könnte nun eine vielversprechende Möglichkeit nach dem Klinik- oder Reha-Aufenthalt darstellen, um Patienten einer psychologischen Versorgung zuzuführen.

Für Herzpatienten, welche die Schwelle zur psychischen Erkrankung noch nicht überschritten haben, aber deutliche seelische Belastungen wahrnehmen, werden niedrigschwellige Interventionen durch Heilpraktiker oder Pflegepersonal empfohlen (z.B. Motivierende Gesprächsführung oder Bewältigungsplanung). Behandelnde psychotherapeutische Heilpraktiker, psychologische Berater und Reha-Pflegepersonal sollten in der psychokardiologischen Grundversorgung ausgebildet sein.

Unter den Autoren finden sich die führenden deutschen Psychokardiologen, die feststellen, dass während eines drei- bis vierwöchigen Reha-Aufenthalts seelische Belastungen oder psychische Störungen von Herzpatienten (z.B. Depressionen, Angst oder Posttraumatische Belastungsreaktion aufgrund eines Herzinfarkts) nicht umfassend behandelt werden können.

Zusätzlich regen die Autoren des Praxisleitfadens deshalb explizit den Aufbau von Herzgruppen an, die den psychologischen Aspekt der Herzerkrankung berücksichtigen. Initiativen wie unsere Selbsthilfegruppe „Herzkrank ohne Ängste und Sorgen“ sollen beim Aufbau sozialer Kontakte unterstützen und helfen, Veränderungen im Lebensstil zu verfestigen.

Im besten Fall können sie dazu beitragen, eine „Handlungs- und Bewältigungsplanung“ durchzuführen, denn oft ist es schwierig, Veränderungen im Lebensstil wie Ernährungsumstellung, Fitnesstraining oder korrekte Medikamenteneinnahme auch alleine durchzuhalten.

Die Nachsorge nach dem Klinik- oder Reha Aufenthalt stellt eine vielversprechende Möglichkeit zum Aufbau von Herzgruppen dar, die psychologische Aspekte berücksichtigen. Sie können helfen Lebensstiländerungen zu verfestigen, soziale Kontakte aufzubauen und die regelmäßige medizinische Versorgung zu hinterfragen. Unsere Gruppe „Herzkrank ohne Ängste und Sorgen“ ist eine der ersten ihrer Art und wird von den Krankenkassen unterstützt.

Mit dem Stress Freundschaft schließen

Unabhängig davon, ob Stress einer der Auslöser einer Herzerkrankung war: Spätestens nach der Diagnose müssen Herzpatienten Stressbewältigungstechniken erlernen und konsequent anwenden.

Dazu gehört auch, individuell zu bewerten, was Stress eigentlich ausmacht – und ob es nicht vielleicht mehr als eine Perspektive auf herausfordernde Situationen gibt. Dieses TED-Video bietet einen erfrischenden Blick auf unsere Wahrnehmung von Stress und wie wir sie auf den Kopf stellen können.

 

Quelle: https://www.ted.com