Das „Gebrochene-Herz-Syndrom“ , medizinisch als Tako-Tsubo-Kardiomyopathie bezeichnet, gleicht zunächst einem Herzinfarkt. In der akuten Phase während der ersten Stunden ist es im EKG kaum vom Herzinfarkt zu unterscheiden. Nur beim Einsatz moderner Gerätemedizin , im speziellen einer Katheterintervention oder einer MRT Untersuchung, können Unterschiede festgestellt werden.

Es handelt sich um eine schwerwiegende Funktionsstörung des linken Herzmuskels, die sich meistens nach einer extremen emotionalen Belastung einstellt. Im Unterschied zum Infarkt sind die Herzkranzgefäße aber nicht verschlossen. Die Symptome sind Angina pectoris und Atemnot.

Das Broken-Heart-Syndrom liegt vor wenn

  • eine vorübergehende Bewegungsstörung der linken Herzkammer auftritt
  • in den Herzkranzgefäßen keine hochgradige Stenose nachzuweisen ist
  • die Stresshormone im Blutspiegel erhöht sind (ähnlich wie beim Herzinfarkt)
  • das EKG dem eines Herzinfarktes gleicht
  • dem Ereignis eine Stresssituation oder eine starke emotionale Belastung vorausgegangen ist (Tod des Lebenspartners, Verlassen werden, extreme Angstzustände z.B. durch Mobbing, auch plötzlich auftretende Krebs- oder Herzerkrankung)

Eine genaue Ursache konnte bisher wissenschaftlich noch nicht erwiesen werden.

Die hohe Konzentration der Stresshormone Adrenalin, Noradrnalin und Dopamin deuten auf einen Stress- oder Schockzustand hin, was eine Beteiligung des autonomen Nervensystems nahe legt.

Dass emotionaler Stress tatsächlich die Hauptschlagader und die Form des Herzens verengt, so dass sich die Herzspitze ausbeult, darauf deuten Untersuchungen in den USA, Japan und Deutschland hin.1

Dass Betroffene unter psychosomatischen Belastungen leiden, ist lange bekannt. Dr. Joram Ronel von der Psychosomatischen Klinik rechts der Isar, der sich auf Broken-Heart-Syndrom spezialisiert hat und weitreichende Untersuchungen durchführte, berichtet von Patienten mit typischen psychosomatischen Beschwerden wie Rückenverspannungen oder Bauchschmerzen, innerer Unruhe und Schlaflosigkeit und einem Leistungsabfall, aber auch von psychokardiologischen Symptomen wie Angina pectoris und Atemnot ausgelöst durch Angst und Stress.