Bypass-Operation bei koronarer Herzerkrankung

In der Bundesrepublik Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an Herzkrankheiten; das entspricht etwa 8,2 % der Bevölkerung. Der größte Teil entfällt dabei auf die koronare Herzerkrankung (KHK). Dabei handelt es sich um eine durch Arteriosklerose verursachte Verengung der Herzkranzgefäße. Die Verengungen (Stenosen) bewirken, dass der Herzmuskel nicht ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird.

Wann wird eine Bypass-Operation bei koronarer Herzerkrankung durchgeführt?

Kommt es durch Verschlüsse der Herzkranzgefäße zu verminderter Durchblutung des Herzmuskels, kann das zu einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität führen. Verschlüsse können längerfristig durch Cholesterinablagerungen oder durch Verkrampfungen der dünnen Kapillargefäße entstehen. Bei einem plötzlichen Verschluss kommt es zu einem Herzinfarkt – fehlt eine zeitnahe Behandlung, stirbt das betroffene Herzmuskelgewebe unwiederbringlich ab. Es entsteht eine Narbe.

Sind Ballon-Dilatation oder Stent-Therapie erfolglos, gibt es die Möglichkeit, durch eine Bypass-Operation um die betroffenen Herzkranzgefäße herum eine Umleitung durch körpereigene Gefäße zu legen, um den gefährdeten Herzmuskel weiterhin mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. So können auch Stenosen an großen Gefäßen erfolgreich umgangen werden.

Wie wird eine Bypass-Operation durchgeführt?

Der Bypass ist eine Operation am offenen Herzen und wird unter Vollnarkose durchgeführt. Sie ist inzwischen eine Standardoperation, die von Chirurgen gut beherrscht wird. Zur Überbrückung von Engstellen in den Herzkranzgefäßen werden körpereigene Gefäße benutzt. Zur Verfügung stehen Arterien aus dem Brustkorb oder einem Arm oder Venen aus einem Bein.

Die Bypässe müssen von der Hauptschlagader (Aorta) versorgt werden. Beinvenen oder Armarterien werden deshalb an der Hauptschlagader (Aorta) angenäht. Brustarterien werden natürlicherweise von der Aorta durchblutet; diese Technik findet immer mehr Anwendung. Dann werden die Umleitungsgefäße hinter der Stenose angenäht, sodass der Herzmuskel wieder mit Blut und Sauerstoff versorgt werden kann.

Wichtig zu wissen! Bei der konventionellen Bypass-Operation wird das Herz still gelegt und vorübergehend durch eine Herz-Lungen-Maschine ersetzt, die den Kreislauf stabil hält. Da die Nebenwirkungen drastisch sein können und die REHA-Zeit entsprechend länger ausfällt, gehen Chirurgen mehr und mehr dazu über, Bypass-Operationen am schlagenden Herzen durchzuführen, was Nebenwirkungen reduzieren kann.

In jedem Fall aber muss der Brustkorb eröffnet werden. Der genaue Ablauf der Operation ist in der Broschüre der Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim beschrieben1. Insgesamt können aufgrund der besser werdenden Akutversorgung immer mehr Patienten gerettet werden.2