Wir betrachten das Herz als eine Maschine, die ein Leben lang rhythmisch pumpt. Dabei ist der gesunde Herzschlag fast nie gleichmäßig. Der Herzschlag passt sich notwendigerweise vielen äußeren Bedingungen an.

Denn bei körperlicher Anstrengung besteht erhöhter Sauerstoffbedarf und das Herz schlägt schneller, Mediziner nennen das Tachykardie. Dagegen kann das Herz in Ruhephasen und in Mangelzeiten langsamer schlagen, das wird Bradykardie genannt. Selbst Extrasystolen, also zusätzliche Herzschläge, gehören in den Bereich normaler, kurzfristiger Frequenzschwankungen. Wird der Sinusrhythmus durch Störungen der elektrischen Erregungsleitung unterbrochen, wird von einer Herzrhythmusstörung gesprochen. Genauere Informationen über Herzrhythmusstörungen finden Sie ebenfalls auf dieser Homepage.

Neben diversen Medikamenten und der Möglichkeit einer Katheterintervention stehen heute zuverlässige Herzschrittmacher und Cardioverter-Defibrillatoren zur Verfügung. Die Implantation eines Schrittmachers bei zu langsamem Herzschlag ist ein Routineeingriff geworden. Moderne Geräte messen die jeweilige körperliche Anforderung und passen ihre Frequenz den körperlichen Bedürfnissen an.

Biventrikuläre Systeme

Eine Weiterentwicklung sind sogenannte „biventrikuläre Systeme“, die bei Herzschwäche bzw. Linksschenkelblock1 eingesetzt werden. Dazu werden zwei voneinander unabhängige Stimulationselektroden in die Herzkammern eingesetzt, die die Impulse der Herzkammern und der Vorhöfe synchronisieren sollen.2

Implantierbare Kardioverter/Defibrillator (ICD)

Implantierbare Kardioverter/Defibrillator (ICD) werden Patienten mit lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen eingesetzt und verbessern deren Prognose spürbar. Die Elektrodenstäbe werden in die Herzkammern verlegt und haben direkten Kontakt mit dem Herzmuskel. Das Gerät greift bei Kammerflimmern mit einem Stromstoß ein und normalisiert die Pumpleistung des Herzens. Ebenfalls ein Routineeingriff, der wie andere Schrittmacher-Implantationen mit örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann.

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind zu empfehlen, da sich die Überleitungsbedingungen am Herzmuskel verändern können und das Gerät dann angepasst werden muss.

2 Christioph Herrmann-Lingen in Psychokardiologie – Ein Praxisleitfaden für Ärzte und Psychologen, Deutscher Ärzteverlag, Köln 2008, S.144