Es ist schwierig, die verschiedenen Formen der Herzinsuffizienz abzugrenzen. Zwar ist Herzschwäche inzwischen gut behandelbar, geheilt werden kann sie allerdings nicht. Herzinsuffizienz kann sich deshalb von der chronischen zur akuten Form weiterentwickeln, vor allem, wenn sie nicht sorgfältig beobachtet wird.

Rechtsherzinsuffizienz

Die Rechtsherzinsuffizienz betrifft die rechte Herzkammer. Dort wird der betroffene Herzmuskel unzureichend mit Sauerstoff versorgt und funktioniert daher nur eingeschränkt. Die rechte Herzkammer ist eigentlich dafür zuständig, sauerstoffarmes Blut aus dem Körper in die Lungen zu pumpen, wo es mit Sauerstoff angereichert wird. Bei einer Herzmuskelschwäche der rechten Herzkammer strömt allerdings mehr Blut in die Herzkammer, als in die Lunge weiter gepumpt werden kann. Es entsteht ein Blutrückstau in der Lungenvene, der dort zu einer Erhöhung des Blutdrucks führt.

Bei Bluthochdruck in der Lungenvene kann Flüssigkeit in das umliegende Gewebe gepresst werden – es entstehen Wassereinlagerungen, sogenannte Ödeme, im Gewebe. Solche Ödeme sind selbst von Laien besonders leicht an den Fußfesseln zu erkennen: Drückt man darauf, bleibt eine Delle, die sich erst mit der Zeit wieder strafft. Häufig ist auch der Bauchraum betroffen.

Betroffene leiden unter Erschöpfung und schweren Beinen. Starke Gewichtsunterschiede von über einem Pfund pro Tag können auf Wassereinlagerungen hindeuten. Bei Herzschwäche ist eine tägliche Gewichtskontrolle zu empfehlen. Sollten starke Gewichtsunterschiede bemerkt werden, für die es keine Erklärung gibt, sollten Sie einen Kardiologen aufsuchen.

Linksherzinsuffizienz

Die linke Herzkammer ist dafür zuständig, das mit Sauerstoff aufgefrischte Blut wieder in den Körper zu pumpen. Ist ein Muskel der linken Herzkammer geschädigt, gelangt weniger Blut in den Körper und in die Organe, sie werden unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Der Rückstau des aus der Lungenvene kommenden Blutes reicht dann von der linken Herzkammer bis zu den Lungen. Die Folgen sind Atemnot und anfangs schnelle Ermüdung bei körperlicher Belastung, in fortgeschrittenem Stadium auch im Ruhezustand.

Unentdeckt und unbehandelt führt eine Linksherzinsuffizienz zur Ansammlung von Wasser in der Lunge, dem gefürchteten Lungenödem. Den Betroffenen fällt das Atmen immer schwerer und es kommt zu Rasselgeräuschen. Hier ist dringend eine ärztliche Intervention nötig, da es zu schwerer Atemnot mit Erstickungsgefahr kommen kann.

Globale Herzinsuffizienz

Sind beide Herzkammern betroffen, wird von einer globalen Herzschwäche gesprochen. Hier können sowohl die Symptome und Beschwerden der linken und der rechten Herzinsuffizienz auftreten, alternierend oder gleichzeitig.

Chronische Herzinsuffizienz

Bei der Herzschwäche wird unterschieden zwischen dem Ort des Geschehens und ihrem Verlauf bzw. ihrer Dauer. Hiervon abhängig, spricht man entweder von der chronischen oder der akuten Form der Herzschwäche.
Die chronische Form kommt häufiger vor als die akute Verlaufsform. Die Symptome werden von Herzkranken oft missverstanden und fälschlicher Weise als „Alterserscheinung“ wahrgenommen. Anfangs kann der Körper die Symptome gut kompensieren, sodass sie kaum bemerkt werden.

Erst wenn die Lebensqualität eingeschränkt wird, weil das Treppensteigen Atemnot erzeugt, werden sie von Patienten als möglicherweise krankhaft wahrgenommen. Alltägliche Tätigkeiten wie Einkaufen oder Spazierengehen fallen immer schwerer und sind am Schluss nur noch gelegentlich möglich. Je nachdem, welche Herzkammer betroffen ist, treten die Symptome der Rechts- bzw. Linksinsuffizienz auf.

Akute Herzinsuffizienz

Die akute Herzinsuffizienz ist ein absoluter Notfall! Wenn der Körper die chronische Herzschwäche nicht mehr ausgleichen kann, entwickelt sich in der Folge oft schlagartig eine akute Herzinsuffizienz. Das geschieht oft nach einem Herzinfarkt, bei dem der Herzmuskel geschädigt wird und seine Aufgabe nicht mehr erfüllen kann. Die Symptome der akuten Herzinsuffizienz sind eine plötzlich auftretende Angina Pectoris (Druckgefühl in der Brust) und Atemnot bis hin zu Erstickungsanfällen. Die Beschwerden entwickeln sich in der Regel zu einem schweren Anfall, der lebensbedrohlich sein kann.