Katheter-Ablation bei Herzrhythmusstörungen

Hartnäckige, wiederholt auftretende Herzrhythmusstörungen lassen sich in einigen Fällen nicht mit Medikamenten beherrschen. Sie können durch einen Eingriff am Herzen, der Katheter-Ablation, behoben werden. Die Katheter-Ablation ist ein Eingriff am Herzmuskel, am häufigsten wird sie bei Vorhofflimmern durchgeführt. Ziel ist, die gestörten, nur wenige Millimeter großen Areale am Herzmuskel, welche Arrhythmien hervorrufen, durch Hitze oder durch Vereisung zu veröden, sodass zusätzliche Herzschläge oder krankhaft unrhythmische Schläge des Herzmuskels verhindert werden. Bei einigen Formen der Herzrhythmusstörungen liegt die Erfolgsquote einer Ablation bei 80%, manchmal sind aber mehrere Operationen nötig.

Bei einer Katheter-Ablation wird ein Herzkatheter über einen Gefäßzugang in der Leiste bis ins Herz vorgeschoben. Zunächst wird das meistens nur stecknadelkopfgroße Areal des Herzmuskels, das die Rhythmusstörung auslöst, gesucht. Meistens handelt es sich um eine angeborene oder durch einen Herzinfarkt hervorgerufene Vernarbung, die dann mittels hochfrequentem Strom (Radiofrequenz-Strom) verödet oder bei Temperaturen von -80°C (Cryo-Ablation) vereist wird. Die Katheter-Ablation ist inzwischen ein Standardeingriff, den Herzchirurgen gut beherrschen.

Was sind Leitungsbahnen?

Das Herz besitzt einen Taktgeber, den Sinusknoten, von dem regelmäßige elektrische Impulse ausgehen, um das Herz zum Schlagen zu bringen. Dieser elektrische Strom, den wir natürlich nicht spüren, läuft entlang einer elektrischen Leiterbahn aus speziellem Muskelgewebe und zwingt den Herzmuskel zur Kontraktion. Normalerweise geschieht das 60 Mal in der Minute.

Manche Menschen haben zusätzliche (akzessorische) Leiterbahnen, die den natürlichen Stromkreislauf am Herzen stören. Akzessorische Leiterbahnen können angeboren sein oder durch Vernarbung nach einem Herzinfarkt entstehen. Auch Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen können zu Vernarbungen am Herzmuskel führen.

Sind solche krankhafte oder angeborene Leiterbahnen vorhanden, wird das Herz zu unregelmäßigen Schlägen animiert, da der elektrische Impuls entlang der Narben in verschiedene Richtungen läuft und unterschiedliche Stellen am Herzmuskel zur Kontraktion zwingt. Das Herz schlägt dann unregelmäßig. In einigen Fällen kann das Narbengewebe den Fluss der elektrischen Impulse auch blockieren, sodass der Herzmuskel an der falschen Stelle kontrahiert.

Bei der Katheter-Ablation werden zusätzliche Leiterbahnen verödet, oft können dadurch riskante Herzrhythmusstörungen behoben werden und das Herz kehrt in seinen natürlichen Takt zurück.

Wie verläuft eine Katheter-Ablation und was bewirkt sie?

Über eine Armvene wird zunächst ein Beruhigungsmittel verabreicht. Oft schläft der Patient danach ein. Eine Vollnarkose ist in der Regel nicht nötig.

Nach einer örtlichen Betäubung werden über die Leistenvene Katheter eingeführt und mit einem Draht zum Herz vorgeschoben. So kann durch Messsonden und Röntgenabbildungen, bei denen Kontrastmittel verabreicht wird, der genaue Zustand des Herzens festgestellt werden. Um die exakte Ursache der Erkrankung zu bestimmen, werden durch elektrische Impulse Herzrhythmusstörung simuliert.

Mit einem Ablations-Katheter können nun die betreffenden Bezirke an der Herzwand verödet oder vereist werden. Dazu gibt es zwei Verfahren, das Radiofrequenzverfahren und das Cryoverfahren. Bei der Radiofrequenz-Ablation wird durch Hochfrequenzstrom Hitze erzeugt und das Narbengewebe bei 55 bis 65 Grad Celsius punktgenau verödet. Bei der Cryo-Ablation wird mit Kälte gearbeitet und das Narbengewebe bei -80 Grad Celsius vereist. Beide Verfahren gelten derzeit als gleichwertig.

Nach Abschluss der Katheter-Ablation werden alle Katheter und Schleusen entfernt und die Punktionsstelle an der Leiste mit einem Druckverband versorgt. In der Regel wird anschließend für ca. 12 Stunden Bettruhe verordnet. Um Nachblutungen zu verhindern, wird für die nächsten zehn Tage körperliche Schonung empfohlen. Um die Bildung von Blutgerinnseln zu verhindern, wird 3 – 6 Monate ein blutverdünnendes Mittel verabreicht.

In einigen größeren Kliniken wird inzwischen mit dem extrem hoch auflösenden 3D-Mapping System gearbeitet. Das moderne, dreidimensionale Abbildungsverfahren erhöht die Präzision der Eingriffe um ein Vielfaches. In München bietet das Deutsche Herzzentrum1 dieses Verfahren an.

Welche Krankheitsbilder werden damit behandelt?

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Herzrhythmusstörungen. Unterschieden werden zu schnelle Herzschläge (Tachykardie) und zu langsame (Bradykardie) Schläge. Die Tachykardie ist an einer oder mehreren Kaskaden von schnellen Herzschlägen hintereinander zu erkennen. Bradykardien werden vom Patienten als Aussetzer oder fehlende Herzschläge beschrieben. Einige sind vollkommen harmlos und brauchen nicht behandelt werden. Beeinträchtigen Herzrhythmusstörungen die Leistungsfähigkeit, müssen sie behandelt werden. Einige wenige Arrhythmien sind lebensbedrohlich und müssen unmittelbar behandelt werden.

Nicht bei allen Rhythmusstörungen ist die Katheter-Ablation das Mittel der ersten Wahl. Hauptsächlich wird sie bei sogenannten Tachykardien durchgeführt, bei denen das Herz unregelmäßig und zu schnell schlägt.3 Wenn Sie mehr über die verschiedenen Formen von Herzrhythmusstörungen erfahren möchten, klicken Sie hier.