Herzerkrankungen treffen Menschen oft überraschend und reißen sie aus ihrem Alltag. Nach einem Herzinfarkt ist oft nichts mehr so, wie es davor war. Auch Herzrhythmus-Störungen, Herzinsuffizienz oder andere graduell verlaufende Herzerkrankungen können uns aus der Bahn werfen.

Nach Bypass-Operationen, Stent-Implantationen oder dem Einsetzen eines Herzschrittmachers kommt zur Herausforderung der körperlichen Genesung oft noch eine allgemeine Niedergeschlagenheit hinzu; die Angst, das Leben nicht mehr in gewohnter Form meistern zu können, weniger leistungsfähig zu sein oder Partner und Familie zu belasten.

Wieder von Herzen leben – durch Wissen, Austausch und Veränderung

Das Herz ist unser Lebensmuskel – und doch wissen wir meist wenig darüber, wie es eigentlich funktioniert, wie wir ihm durch unsere Gewohnheiten und Überzeugungen schaden oder es bei der Wiederaufnahme seiner täglichen Arbeit unterstützen und stärken können.

Tatsächlich können wir viele Schritte selber gehen, um zur Stabilisierung und Heilung unseres Herzens beizutragen und zurück zu einer harmonischen Lebensgestaltung zu finden. Wichtig hierfür ist, ausreichend über die eigene Erkrankung informiert zu sein, uns offen austauschen zu können und ein Grundvertrauen in das eigene Selbst als Lösungsfinder wiederzugewinnen.

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Selbsthilfegruppen für Herzkranke

im Selbsthilfezentrum München

und im Klinikum rechts der Isar

Herzkrank ohne Ängste und Sorgen im Selbsthilfezentrum München

In unserer Selbsthilfegruppe „Herzkrank ohne Ängste und Sorgen“ treffen sich herzkranke Patienten, die nach einer Herzoperation oder einer Herzerkrankung gemeinsam den Weg in ein unbeschwerteres Leben zurückfinden wollen. Wer merkt, dass das Leben nach der Rückkehr in den Alltag seinen gewohnten Rhythmus verloren hat, der alte Lebensstil nicht mehr passt oder sich ungewöhnlich niedergeschlagen fühlt, findet hier Menschen mit einem ähnlichen Hintergrund.

Nicht alle Menschen sind gleich – manche stecken eine Herzerkrankung schnell weg, bei anderen stellen sich Ängste oder Sorgen ein.

Oft tut es dann gut, mit anderen Betroffenen zu reden, gerade wenn sonst niemand da ist oder einen zu verstehen scheint. Erfahrungen und Perspektiven auszutauschen, zu sehen, wie andere aus der Krise kommen, kann schon ein erster Schritt zur Bewältigung sein. Auch ganz praktische Lebenshilfe kommt in die Runde: was die richtigen Entspannungsübungen oder Herzsportgruppen sein könnten, wie man das tägliche Leben neu organisiert oder mit dem Rauchen aufhört. Wir treffen uns jeden 4. Montag im Monat im Selbsthilfezentrum München (Westendstraße 68). Die Teilnahme ist kostenfrei. Wir planen und führen außerdem Unternehmungen, Seminare und Wanderungen durch.

Herz ohne Stress am Klinikum rechts der Isar

Als die Gruppe „Herzkrank ohne Ängste und Sorgen“ im Mai 2015 gegründetwurde, waren wir erstaunlicherweise die einzige aktive Gruppe dieser Art in Deutschland; zum Glück hat sich das geändert! Inzwischen wurde die Gruppe „Herz ohne Stress“ gegründet, die große Unterstützung von der wissenschaftlichen Arbeitsgemeinschaft Psychokardiologie im Klinikum rechts der Isar erhält. Beide sind gemischte Gruppen mit schweren und leichten Erkrankungen. Viele Teilnehmer kommen regelmäßig, andere schnuppern hinein. Bei jedem Gespräch lernen wir voneinander und versuchen, vor keinem Thema zurück zu schrecken – denn wir haben gemerkt: Genau Bescheid zu wissen erleichtert den Alltag. Früher machten wir zum Abschluss Entspannungsübungen. Inzwischen haben wir gelernt, mit auch manchmal belastenden Themen konstruktiv umzugehen. Treffpunkt ist jeden 1. Donnerstag im Monat das Klinikum rechts der Isar. Im Sommer führen wir regelmäßig die ärztlich begleiteten Isarspazieergänge durch.

 

Anmeldung
Sie können sich telefonisch anmelden unter: 0174-8949435
oder uns eine E-Mail schreiben an: selbsthilfe.psychokardiologie@gmail.com

Gern können Sie auch einfach vorbeikommen!

Angesprochen sind vor allem Patienten

  • nach einem Herzinfarkt
  • mit Herzrhytmusstörungen
  • mit Herzschwäche
  • nach Stentimplantation
  • nach Implantation eines Herzschrittmachers
  • bei chronischer Angina pectoris
  • Herzangst

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Gegründet wurden die Gruppen von Helmut Bundschuh, Betroffener mit Ausbildung in psychokardiologischer Grundversorgung.

Aus eigener Erfahrung mit einer Herzerkrankung weiß ich, dass man sich schnell dem „Takt des kranken Herzens“ unterordnet. Viele körperliche Empfindungen werden aus Ängstlichkeit falsch interpretiert. Die Selbsthilfegruppe soll dabei helfen, diese Wahrnehmungen richtig einzuordnen. Zuhören, wie andere mit den Problemen fertig werden und welche Erfahrungen sie gemacht haben, kann Entlastung schaffen. Ich habe nach meiner eigenen Erkrankung eine Ausbildung der  Psychokardiologischen Grundversorgung absolviert, um Herzkranke zu unterstützen.

Die Selbsthilfegruppe „Herzkrank ohne Ängste und Sorgen“ wird gefördert durch die gesetzlichen Krankenkassen und deren Verbände in Bayern.