Die Stent-Implantation ist derzeit der Königsweg, um Herzkranzgefäße offen zu halten. Sind Gefäße verschlossen oder verengt, werden sie mit einer „Ballonangioplastie“ aufgedehnt, bis das Gefäß wieder durchlässig ist. Ein Stent ist ein ca. zwei bis fünf Zentimeter langes Metallgeflecht, das durch den Ballon aufgespreizt wird und das Gefäß wie ein Rohr stützt.

Es gibt verschiedene Arten von Stents. Die ersten Exemplare waren aus Metall und hatten den Nachteil, dass Narbengewebe in die Gitter einwachsen konnte, was zu neuen Verschlüssen führte. Seit Ende der 90er Jahre wurden Stents entwickelt, die mit wachstumshindernden Medikamenten beschichtet sind und das Narbenwachstum unterbinden sollen. Die neueste Entwicklung sind Stent-Materialien, die sich nach einigen Monaten selbst auflösen, was aber nur bei stabilen Gefäßen sinnvoll ist.

Stent-Implantationen sind heute ein Routineeingriff

Ein Stent wird während einer Katheter-Untersuchung bei örtlicher Betäubung in der Leistengegend eingebracht. Hierzu wird eine „Schleuse“ an die Arterie gelegt die bewirkt, dass ein an einem Draht befestigter Katheter zu den Herzkranzgefäßen vorgeschoben werden kann, aber kein Blut austritt.

An der Spitze des Katheters befindet sich der zusammengefaltete Ballon, auf den der Stent gesteckt ist. Ballon und Stent werden an die verengte Stelle geschoben und dort unter Druck aufgeblasen, bis der Stent aufgefaltet ist und das Gefäß stützt. Der Eingriff wird vom Arzt „live“ mit einer Röntgenkamera beobachtet und gesteuert. Stent-Implantationen sind heute ein Routineeingriff, der von vielen Kliniken beherrscht wird.

Nach einem Kathetereingriff ohne Stent-Implantation wird für einige Stunden ein Druckverband gelegt, danach können Sie wieder nach Hause gehen. Wird ein Stent gesetzt, kann der Klinikaufenthalt zur Überwachung drei Tage dauern.

Nachbehandlung

Nach der Stent-Implantation werden für einige Monate blutverdünnende und gerinnungshemmende Medikamente verordnet.

Risiken und Komplikationen

An der Einstichstelle kann sich ein Aneurysma bilden, das sich in den meisten Fällen aber wieder zurückbildet. Manchmal entsteht eine Fistel, die operativ entfernt werden muss. Die Ballondillatation kann in seltenen Fällen einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen. Mögliche Herzrhythmusstörungen sollten nach einiger Zeit wieder vergehen. Es ist wichtig, den Arzt über Schilddrüsenüberfunktion zu informieren, da gängige Kontrastmittel Schilddrüsenüberfunktionen verstärken können.

Leben nach einer Stent-Implantation

Oft ist der Stent der Anfang einer längeren „Herzstrecke“, die mit ein wenig Achtsamkeit die Lebensqualität nicht bedeutend einschränkt. Viele Patienten sorgen sich nun um ihren Körper, mit ausreichend Bewegung und gesunder Ernährung kann man selbst viel tun. Ängstlichen Menschen helfen Informationen und Gespräche in Selbsthilfegruppen und bei Vorträgen.